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Naturgefahrenbulletin des Bundes

Ausgabedatum: Freitag, 9. Januar 2015 21:15 Uhr

Prozess Stufe Betroffene Gebiete von bis
Wind 3 Nördlicher Teil des Juras, Voralpen und angrenzende Gebiete oberhalb von 800 Metern sowie östliches Mittelland. 09.01.15, 10 Uhr 10.01.15, 12 Uhr
Hochwasser 2 zentraler Alpennordhang, östlicher Alpennordhang, östliches Berner Oberland 09.01.15, 12 Uhr 12.01.15, 12 Uhr

Starker Sturm über dem Jura, den Voralpen sowie im östlichen Mittelland. Mässige Hochwassergefahr am zentralen und östlichen Alpennordhang.

Zwischen Freitagmittag und Samstagmittag werden über dem Jura und den Voralpen Sturmwinde mit Böenspitzen von 80 bis 110 km/h erwartet. Aufgrund der prognostizierten Niederschläge in Kombination mit einer starken Schneeschmelze werden von Freitag bis Sonntag an kleineren und mittleren Flüssen des zentralen und östlichen Alpennordhangs steigende Pegelstände erwartet.

Wetter

Aktuelle Situation

Über dem Nordatlantik und dem Nordwesten Europas herrscht eine lebhafte Sturmaktivität, von welcher die Schweiz noch bis Sonntag 11. Januar randlich erfasst wird. In den tiefen Lagen der Deutschschweiz wurden bis Freitagabend Böenspitzen von 60 bis 90 km/h registriert, in Berglagen oberhalb von 800 Metern waren es 90 bis 120 km/h, auf dem Säntis wurden bis 150 km/h gemessen.

Prognose

Wind:

Der Wind nimmt insbesondere in der Ostschweiz in der Nacht auf Samstag noch etwas zu. In den bereits gewarnten Gebieten des Juras, der nördlichen Voralpen und des angrenzenden Alpenrandes werden oberhalb von 800 Metern Windspitzen von 80 bis 110 km/h, oberhalb von 2000 Metern 110 bis 130 km/h erwartet. In weiten Teilen des Kanton Thurgaus sowie angrenzender Gebiete des Kantons Zürich dürfte gemäss neuster Vorhersagerechnungen die Warnschwelle von 90 km/h in der Nacht auf Samstag selbst in tiefen Lagen überschritten werden, die Warnung der Stufe 3 wurde daher auf diese Gebieten erweitert. Auf der übrigen Alpennordseite sind unterhalb von 800 Metern Windspitzen von 60 bis 90 km/h wahrscheinlich, hier gilt die Warnstufe 2. Bis am Sonntag bleibt es vor allem in der Höhe der Alpennordseite bei starken bis stürmischen Winden. Nach momentaner Einschätzung werden ab Samstagnachmittag die Warnlimiten für die Stufe 3 in tiefen und mittleren Lagen voraussichtlich nicht mehr erreicht oder überschritten. Am Alpenhauptkamm ist jedoch im Verlauf des Sonntagmorgen bei Frontdurchgang nochmals mit einem kräftigen Nordwindstoss zu rechnen: dabei sind gebietsweise nochmals Sturmböen von 110 bis 140 km/h möglich.

Niederschlag:

In Verbindung mit der Warmfront sind von Freitagmittag bis Mitternacht am Alpennordhang verbreitet 5 bis 10 mm, vom Berner Oberland über die Zentralschweizer Berge bis zum Alpstein gebietsweise auch 10 bis 25 mm möglich. Die Schneefallgrenze liegt bei rund 2000 bis 2500 Meter. Am Samstag dürfte es tagsüber trocken bleiben, bevor dann in der Nacht auf Sonntag und am Sonntagvormittag die Kaltfront auf der Alpennordseite verbreitet 10 bis 20 mm, am Alpennordhang punktuell auch 20 bis 40 mm bringen dürfte. Die Schneefallgrenze liegt bei Niederschlagseinsatz bei rund 1600 bis 1800 Meter und sinkt im Verlaufe des Sonntagvormittags bis in tiefe Lagen ab.

 

Schneehydrologie

Aktuelle Situation

Die Schneelagengrenze liegt im Einzugsgebiet der Aare, Reuss, Limmat und Alpenrhein bei rund 900 Meter, mit Schneeresten lokal bis in tiefe Lagen, dies vor allem in der Nordostschweiz. Im Wallis liegt die Schneelagengrenze bei rund 1200 Meter, im Tessin bei rund 1600 Meter. Die Schneemengen sind im Gebietsmittel im langjährigen Vergleich leicht unterdurchschnittlich, mit Ausnahme der Region Tessin wo durchschnittliche Verhältnisse vorliegen.  Aktuell ist die Schneedecke unterhalb von ca. 1800 bis 2100 Meter durchfeuchtet. Darüber ist die Schneedecke mehrheitlich trocken.

Prognose

Die milden, regnerischen und windigen Verhältnisse führen in den kommenden 48 Stunden erneut zu erhöhten Schneeschmelzraten. Betroffen sind vor allem Gebiete auf der Alpennordseite von Interlaken bis zur östlichen Landesgrenze. In diesen Gebieten sind, je nach lokalen meteorologischen Verhältnissen, unterhalb von 1600 Meter Schmelzmengen von ca. 30 mm pro Tag zu erwarten. Zwischen 1600 und 2000 Meter werden die Schmelzmengen geringer ausfallen.

Fliessgewässer und Seen

Aktuelle Situation

Die mittleren und grösseren Fliessgewässer zeigen derzeit überwiegend stabile bis leicht sinkende Wasserführungen.

Prognose

Die von der Warmfront mitgeführten Niederschläge werden infolge der hohen Schneefallgrenze überwiegend als Regen fallen und in Kombination mit der intensiven Schneeschmelze zu teils deutlichen Abflussanstiegen in den Gewässern auf der Alpennordseite führen. Für die kleineren und mittleren Flüsse des zentralen und östlichen Alpennordhang werden Dispositionswarnungen ausgegeben. Abflussanstiege werden auch an grösseren Fliessgewässern wie der Thur erwartet. Nach aktueller Einschätzung werden an diesen Gewässern voraussichtlich keine Abflüsse im Bereich der Gefahrenstufen erreicht. Die Kaltfront vom Samstag auf Sonntag trifft auf stark vorgefeuchtete Böden, so dass trotz sinkender Schneefallgrenze wiederholt markante Abflussanstiege in den betroffenen Gebieten möglich sind.

 

Zone contextuelle